Gute Nachrichten! Wir können ab dem 6. Juni wieder Tandemfallschirmsprünge durchführen!

Euren Termin bucht bitte online unter www.skydive-mv.de/tdtermine.

Unser Imbiss bleibt geschlossen. Ein Bereich für die Begleitung unserer Gäste ist eingerichtet. Euer Picknick bringt Euch bitte selbst mit.

Aus hygienischen Gründen können wir keine Sprungkombis zur Verfügung stellen. Unser Tandemgast soll zweckmäßige Kleidung tragen,

das sind: Turnschuhe, leichte Handschuhe und bequeme lange Kleidung (Jeans, Sweatshirt, Sportanzug), gern zweilagig, da es in 4000 Metern Höhe kalt sein kann.

Bei der Landung können an der Oberbekleidung Schmutzflecken (Gras, Erde) entstehen. Mund und Nasenschutz stellen wir zur Verfügung.

Weitere Details zu den „Corona-Regeln“ in Mecklenburg-Vorpommern findet Ihr hier: https://www.auf-nach-mv.de/informationen-coronavirus

Wir sind telefonisch unter 0170 5265648 Mo-Sa von 10:00 - 13:00 Uhr, sowie von 15:00 bis 18:00 Uhr erreichbar.

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Kapitel 10: 1979 Die drohende Katastrophe

Bild 41 - Bilda...
Im Frühjahr bahnte sich für mich ein echtes Problem an. Meine Mutter hatte sich entschlossen, zu ihrer Schwester nach Westberlin zu ziehen und einen entsprechenden Antrag gestellt. Da sie Rentnerin war, gab es für sie keine Probleme. Im Gegenteil, man rollte quasi den roten Teppich für sie aus, denn einerseits sparte man zukünftig die Rente und andererseits war zu erwarten, dass die eine und andere Westmark in Richtung Stralsund fließen würde, wo ich damals wohnte. Was das für meine Springerei bedeuten würde, war klar. Mutter im Westen war ein absolutes Ko- Kriterium. Da half auch der gute Draht zu Kuddel und Heinz Wolf nichts mehr. Weil die Ausreise erst im August erfolgen sollte, hatte ich noch ein paar Monate Galgenfrist. Von April bis Ende Juli konnte ich noch 20 Sprünge machen. Dann war mit 543 erst mal Schluss (s. Bild 41).
Es traf aber in jenem Jahr auch noch andere, wie zum Beispiel Helmut Pieske, der aus ähnlichen Gründen (Westkontakte) ebenfalls aussortiert wurde. 

Der Rest wird mich/uns eventuell oder sicher bemitleidet haben. Sie wussten zu dem Zeitpunkt aber nicht, dass es bald auch über sie hereinbrechen würde, nämlich das Unglück. Wie in der DDR üblich, passierte dieses plötzlich und unerwartet, d. h. ohne jede Vorwarnung. Man denke nur an den Mauerbau oder die gleichfalls völlig überraschende Schließung von Purkshof (s. Teil I Kap. 3).

Bild 39 - Bilda...
Bild 40 - Bilda...
1979 war auch das letzte Jahr, in dem Willi Krause in Neustadt gesprungen ist (s. Bild 39 und 40). Er war inzwischen vom Fallschirmdienst zur Zieldarstellungskette gewechselt. Dort musste er vom Heckschützenstand der IL-28 aus das Schleppziel ein- und ausfahren. Ein absolut ruhiger Job, der aber einen Pferdemagen erforderte. Er beendete bald darauf seine Dienstzeit bei der NVA und auch seine Springerlaufbahn und ward nicht mehr gesehen. Gewöhnlich gut informierte Kreise berichteten, dass er zur Fischerei gegangen sei.

Inzwischen war es Ende August geworden und die Neustädter Truppe bereitete sich auf weitere Lehrgänge sowie den bevorstehenden Komplexwettkampf vor, der in Halle- Oppin stattfindet sollte. Es war wie in dem Gedicht von Theodor Fontane „John Maynard“: „Alle Herzen sind froh, alle Herzen sind frei, da tönt aus dem Schiffsraum her wie ein Schrei:“ Nur war es in diesem Fall kein Schrei aus dem Schiffsraum sondern das Klingeln des Telefons im Büro von Herbert Hackel, dem Chef des BAZ (Bezirksausbildungszentrum), wie der Platz in Neustadt damals offiziell hieß. Am Apparat war der Zentralvorstand der GST in Neuenhagen bei Berlin, evtl. auch die Flugüberwachung und eine Stimme verkündete kurz und trocken, dass jeglicher Flug- und Sprungbetrieb im Rahmen der Gesellschaft für Sport und Technik ab sofort und auf unbestimmte Zeit untersagt sei!!
Weder Kuddel noch ich hatten eine Idee, welches Vorkommnis diese Pleite am Schluss ausgelöst hat und wann die Sperre tatsächlich eintrat. Wir grübelten wie die Maikäfer, kamen aber zu keinem Ergebnis. Das änderte sich erst, als Kuddel in seinen Bücherschrank sah und dort „Frust und Freude, die zwei Gesichter der GST“ entdeckte, herausgegeben von Ulrich Berger und erschienen im GNN Verlag. Dieses (das Buch) enthält auch einen Beitrag von Hartmut Buch, bereits zu tiefsten DDR- Zeiten Chefredakteur der Fliegerrevue.
Der hat die damaligen Ereignisse etwa wie folgt geschildert:
Ende August flüchtete ein Leipziger Motorflieger mittels einer WILGA nach dem Westen. Damit nicht genug, er machte unterwegs eine Zwischenlandung und sackte auch noch seine Ehefrau ein. Die Sache wurde -entsprechend dem damals üblichen Verfahren- direkt Erich Honecker gemeldet, der umgehend Armeegeneral Heinz Hoffman (Chef der NVA) antreten ließ, mit der Aufforderung, die GST endlich mal auf Vordermann zu bringen. (Es hatte in den Monaten zuvor wohl schon einige derartige Vorfälle gegeben, die aber nur teilweise der jetzigen Übeltäterin anzulasten waren. Diese neue Absetzbewegung aus dem Bereich des Motorflugs der GST brachte das Fass nun aber endgültig zum Überlaufen). Hoffmann schiss Teller, den GST- Chef zusammen und dieser gab den Anschiss ungefiltert an Baustian weiter. Das soll lt. H. B. am 31. August passiert sein und wohl noch am selben Tag wird dann erst mal prophylaktisch die Flugsperre verkündet worden sein.
So könnte es gewesen sein. Das klingt alles logisch. Der Verfasser hatte naturgemäß einen sehr guten Draht nach Neuenhagen und ist deshalb als sehr verlässlicher Zeitzeuge anzusehen.
Als die Flugsperre auch in den nächsten Tagen und Wochen nicht aufgehoben wurde und aus dem Hauptquartier in Neuenhagen per Buschfunk die beunruhigende Nachricht durchsickerte, dass man höheren Ortes durchaus auch darüber nachdachte, den ganzen Flugsport einfach dicht zu machen, war erst mal Heulen und Zähneklappern angesagt.

Das betraf vor allem natürlich die Hauptamtlichen, deren berufliche Existenz nun auf der Kippe stand. Die saßen dann erst mal unter dem Weihnachtsbaum in völliger Unkenntnis, ob es überhaupt und wenn ja, wie es weitergehen würde. Eine verteufelte Situation, natürlich auch für die Ehrenamtlichen, denn mit der Flieger- und Springerei wäre es dann wohl endgültig vorbei gewesen.

Damit sind wir am Ende des zweiten Teils. Wie es weitergegangen ist, erfährt man erst in einem dritten, der aber wohl frühestens im nächsten Winter zu erwarten ist.

Anfahrt Neustadt-Glewe

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