Nun gut, schon der Jahresausklang letzten Oktober ließ Böses erwarten: Mit Dauerregen, Kälte und Wind wurden alle Hoffnungen der Nordlichter auf einen „Goldenen Oktober“ mehr als weggeblasen. Und ab Mitte Dezember verschwand ein Großteil der Neustadt-Glewer Skydiver wie Lemminge unter mehr als kniehohem Schnee, der sich auch noch zäh bis in die letzten Februartage hielt.
Einige Hartgesottene boten dem „Hardcore-Winter“ allerdings erfolgreich die Stirn: So sahen staunende „Normalos“ immer wieder Freeflyer gekonnt über vereiste Alleen, Gehwege, Parkplätze usw. spazieren (das Ausbalancieren in der Luft verschafft spürbare Vorteile am Boden!). Auch das zunehmend professionelle Gleiten auf Kufen über dafür vorgesehene Eisflächen wurde zum Spaß bringenden Vereinssport. Zwiespältige Gefühle verursachten bei Sicherheitsbeauftragten allerdings Selbstversuche auf mehr oder weniger vereisten Schiffskanälen. Regelmäßiges Schneeschieben vor Arbeitsbeginn sorgte zwischenzeitlich für eine deutliche Anhebung der Grundkondition zum bevorstehenden Saisonbeginn. Für die erfolgreiche Renovierung diverser Vereinsräumlichkeiten war auch genügend Zeit und Motivation vorhanden.
Peter Garbe, der im Mai letzten Jahres sein 50-jähriges (!) Springerjubiläum bei bester Laune und Gesundheit mit einem Neuner-Stern über Neustadt-Glewe feiern durfte (Original-Zitat: „Irgendwie kann ich gar nichts dafür, es ist einfach passiert, ich weiß auch nicht, wo die Zeit geblieben ist!“), hatte keine Gelegenheit, nach Jahrzehnten wieder einmal mit dem PD-47 in den Hühnerstall zu fliegen. Weder der PD-47 noch der Hühnerstall haben den Zahn der Zeit überstanden. Das Etikett „besonders wertvoll“ verdient der Altmeister schon wegen seiner ehemals gelernten und bis in die heutige Zeit geretteten Landetechnik nebst Landefall, liebevoll „Garbe-Dreipunkt-Landung“ genannt. Dieser Winter war bestens geeignet, diese Landetechnik weiter zu perfektionieren.
Wieder andere ließen sich auf ausgesprochene Wechselbäder der Gefühle und (Extrem-)Temparaturen ein: Raus aus der 100oC-Sauna und rein in den Schnee. Welch´ ein berauschendes Schock-Vergnügen, fast so schön wie Fliegen...
Am letzten Februarwochenende gerieten allerdings die vereinseigenen Trainingsvorbereitungen für die nächste Winterolympiade zum mittelgroßen „Waterloo“: Die Teilnahme an einem Biathlonwettbewerb auf gut präparierter Piste und einem professionellen Schießstand bei motiviertem Publikum und beachtenswertem Rahmenprogramm begann zunächst mit einem explosionsartigen Start des ersten FSCM-Athleten. Danach gab es einen ständigen Wechsel zwischen Hoffen und Bangen. Am Ende belegte man den vermeintlich letzten Platz. Durch die Disqualifikation einer anderen Mannschaft bot sich dann überraschend die Chance eines Hoffnungslaufes. Nur leider saßen die FSCM-Athleten nach atemberaubenden BASE-Sprüngen der Jungs vom Verein Deutscher Objektspringer schon beim Bier und waren somit nicht auffindbar. Wieder einmal war der FSCM viel zu schnell!
Kurz und gut: keine Winterlangeweile. Und es ist gut so. Ostern, das erste FSCM-Sprungwochenende ist nicht mehr weit...
Eure Fiona


